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Appell an das Innenministerium überreicht

Der Appell "Wir in Deutschland können mehr: Geflüchtete aufnehmen – Pushbacks verhindern – Europa gewinnen" liegt nun bei der Bundesregierung - jetzt muss diese handeln!

Mitteilung an die Medien:

Heute vor einem Jahr brannte das Elendslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos komplett nieder. Durch den Brand wurde die humanitäre Katastrophe in den Flüchtlingslagern an den EU-Außengrenzen besonders sichtbar. Ein Jahr danach hat sich die Situation strukturell und politisch kaum verändert.

Die katholischen Bischöfe pax christi-Präsident Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz, Michael Gerber, Bischof von Fulda und Otto Georgens, Weihbischof in Speyer, appellieren aus diesem Anlass gemein-sam mit sechsundzwanzig Abgeordneten des Deutschen Bundestages sowie mit weiteren Geistlichen und Laien sowie den Trägerorganisationen der Kampagne „Menschenrecht statt Moria“ an die Bundesregierung. Die systematische Verletzung der Menschenrechte Geflüchteter, die an den EU-Außengrenzen ihr Recht auf Asyl in Anspruch nehmen wollen, dürfe nicht länger hingenommen werden.

Gerade jetzt im Vorfeld der Bundestagswahl fordern die Unterstützer*innen des Appells „Wir in Deutschland können mehr: Geflüchtete aufnehmen – Pushbacks verhindern – Europa gewinnen“ die Bundesregierung auf,

  • sich für einen fairen und an den Menschenrechten orientierten Verteilmechanismus innerhalb der EU einzusetzen, damit weitere humanitäre Katastrophen in den „Hotspots“ an den EU-Außengrenzen verhindert werden;
  • sich für eine sofortige Beendigung der illegalen Pushbacks von Geflüchteten an den EU-Außengrenzen durch die FRONTEX-Einheiten und nationalen Grenzschützer*innen einzusetzen und ihren Einfluss in der Europäischen Union zu nutzen, um diese Menschenrechtsverletzungen zu stoppen.

Symbolisch trug die Kampagne, vertreten durch den pax christi-Bundesvorsitzende Gerold König, den Appell gestern zum Bundesministerium des Inneren. Das angefragte Gespräch mit dem pax christi-Präsidenten Bischof Peter Kohlgraf und die seit Juni 2021 erbetene Entgegennahme des Appells wurde von Bundesinnenminister Seehofer leider bis heute nicht beantwortet.

„Die Situation der Geflüchteten an den EU-Außengrenzen kennt keine Wahlkampfzeiten. Die humanitäre Lage ist weiterhin erschreckend und die Situation in Afghanistan zeigt, wie sehr deutsche und europäische Politik zu Fluchtursachen beiträgt. Da muss umgesteuert werden. Jetzt und nach der Bundestagswahl“, betont der pax christi-Bundesvorsitzende Gerold König.

Am Samstag, den 11. September werden die Aktiven der Kampagne „Menschenrecht statt Moria“ einen bundesweiten Aktionstag veranstalten. Sie werden in Gebeten ihre Solidarität mit den Schutzsuchenden zeigen, mit Kandidat*innen zum Deutschen Bundestag sprechen und über die Lage der Geflüchteten informieren.

Eine Licht- und Klanginstallation wird im Rahmen mehrerer Veranstaltungen in ganz Deutschland den gemeinsamen Tagesabschluss bilden.